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Die ʽAqida von Ibn ʽArabi aus al-Futuhat al-Makkiyya

Oh, meine Brüder und meine Geliebten,

möge Allah mit euch Wohlgefallen haben!

Dieser arme Diener, und er ist der Verfasser dieses Buches [al-Futuḥāt al-Makiyya] lässt euch bezeugen, nachdem er Allah subhanah und Seine Engel, sowie alle Gläubigen, die anwesend sind, bezeugen lässt, dass ich bezeuge, sowohl mit Worten als auch mit der Verinnerlichung im Herzen, dass Allah subhanah ein Einziger Gott ist. Er subhanah  hat keinen Partner in Seiner Gottheit und erhaben ist Er subhanah über eine Gattin und einen Sohn. Er subhanah ist der König und hat weder einen Teilhaber noch einen Berater. Er subhanah ist der Schöpfer und hat keinen Verwalter. Er subhanah existiert Seinem Wesen nach ohne dass Er subhanah einen Schöpfer braucht, der Ihn Y in die Existenz bringt.

Vielmehr brauchen alle Geschöpfe Ihn subhanah um zu existieren. Die ganze Welt wurde von Ihm subhanah erschaffen doch Er ist der Einzige, der in Existenz ist.[1] Seine Existenz ist anfangslos und Sein Fortdauern hat kein Ende. Vielmehr ist Er subhanah von absoluter Existenz, die von allem unabhängig ist und in sich selbst existiert.

Er subhanah ist kein Teilchen, das auf einen Ort begrenzbar ist und keine Akzidenz[2], welche nicht fortdauern kann. Er subhanah ist kein Körper, dem eine Richtung oder ein Gegenüber zuzuordnen ist. Erhaben ist Er subhanah  über alle Richtungen und Orte. Er subhanah ist sichtbar mit den Herzen und den Augen. Wenn Er subhanah will, macht Er subhanah Istiwāʾ auf dem Thron, so wie Er es Selbst berichtet hat und in der Bedeutung, die Er subhanah gewollt hat.[3]

Der Thron und alles, was darunter ist, hält sein Geleichgewicht nur durch Ihn.

Ihm subhanah gehören das Jenseits und das Diesseits. Er hat kein Gleichnis, das vorstellbar wäre. Der Verstand kann keinen Hinweis auf Ihn subhanah geben, die Zeit Ihn subhanah icht beschränken und der Ort Ihn subhanah nicht tragen.

Vielmehr ist es so, dass Er Y existierte, bevor es einen Ort gab, und Er subhanah ist so, wie Er subhanah immer war.[4] Er subhanah Selbst hat die Ortsabhängigen und den Ort erschaffen. Er subhanah erschuf die Zeit und sagte: „Ich bin der Eine, der Lebendige. Die Erhaltung der Geschöpfe fällt Mir nicht schwer.“

Er subhanah erwirbt keine neuen Eigenschaften, nach dem Er subhanah die Geschöpfe erschuf. Erhaben ist Er darüber, ein Wesen zu sein, in welchem erschaffene Dinge auftreten könnten oder dass Er subhanah sich in den Geschöpfen inkarniert. [5]

Erhaben ist Er darüber, dass die Geschöpfe nach Ihm subhanah sind oder Er subhanah vor ihnen ist. Vielmehr sagt man, Er subhanah existiert und nichts existiert mit Ihm Y.

Das Vorher und das Nachher selbst sind Bezeichnungen der Zeit, die Er subhanah doch erschuf. Er subhanah ist der Immer Waltende, der nicht schläft. Er subhanah ist der Bezwinger, den man nicht besiegen kann. Nichts ist Ihm gleich. Er subhanah erschuf den Thron und machte aus ihm subhanah einen Gegenstand der Istiwāʾ.[6] Er subhanah ließ den Kursī entstehen und breitete die Erde aus, sowie die hohen Himmel. Er subhanah erschuf den Lawḥ[7] und den hohen Qalam[8] und ließ den Qalam das niederschreiben, was Er subhanah weiß und zwar was bis zum Jüngsten Tag geschehen wird.

Er subhanah erschuf alle Geschöpfe ohne ein vorheriges Beispiel und Er subhanah ist es auch, der sie [mit der Zeit] zugrunde gehen lässt. Er subhanah war es, der die Seelen als Treuhänder in die Körper entsandte und diese beseelten Körper dann zu Seinen Stellvertretern auf Erden machte. Alles, was es im Himmel und auf der Erde gibt, machte Er subhanah uns dienstbar. Jedes Atom bewegt sich nur zu Ihm subhanah und auf Seinen Befehl hin.

Er subhanah hat alle Geschöpfe erschaffen, ohne dass Er subhanah  ihrer bedarf. Keine Notwendigkeit zwang Ihn subhanah, dies zu tun. Vielmehr lag es in Seinem Wissen, dass Er subhanah erschaffen wird, was Er subhanah erschaffen hat. Er subhanah ist der Erste und der Letzte, der Offenkundige und der Verborgene und Er ist der Allmächtige.

Sein Wissen umfasst alles und Er subhanah kennt von allem die Zahl. Er subhanah kennt die geheimen und die offenbaren Dinge. (Er kennt die Verräterei der Blicke und alles, was die Herzen verbergen.) [40:19]

Wie könnte Er subhanah nicht wissen und Er subhanah ist doch selbst der Schöpfer?

(Kennt Er den denn nicht, den Er erschaffen hat? Und Er ist der Nachsichtige, der Allkundige.) [67:14]

Er subhanah hatte Wissen über diese Dinge, bevor Er subhanah sie erschuf und hat sie erschaffen, so wie Er subhanah es gewusst hat. Er subhanah war wissend von jeher und Sein Wissen hat sich nicht erneuert während des Schöpfungsaktes.

Mit diesem, Seinem Wissen gab Er subhanah den Dingen Vollkommenheit auf die beste Art und mit Seinem Wissen hat Er subhanah über sie geurteilt und sie beherrscht.

Er subhanah kennt das generelle Wissen genauso wie er das detaillierte Wissen kennt. Das ist der Konsens aller Leute, die richtig nachdenken. Er subhanah besitzt das Wissen bezüglich des Verborgenen und des Sichtbaren. Erhaben ist Er über das, was man Ihm zuschreibt.

Er subhanah tut, was Er will, weil Er die Existenz des Existierenden sowohl auf Erden als auch in den Himmeln gewollt hat. Nichts erscheint unter Seiner Macht, bevor Er subhanah es nicht gewollt hat und Er subhanah will nichts, bevor Er subhanah es gewusst hat. Es ist vernunftgemäß unmöglich, dass Er subhanah etwas will, was Er subhanah nicht weiß und es ist unmöglich dass der freiwillig Handelnde, der auch die  Handlung nicht begehen kann, etwas tut, was Er subhanah nicht will.

Es ist auch unmöglich, dass die Wahrheiten dieser Attribute einem Nichtlebendigen zugeschrieben werden. Genauso wie es unmöglich ist, dass diese Eigenschaften nicht mit einem Wesen zusammenhängen.

Was auch immer existiert an Gehorsam und Ungehorsam, an Gewinn und Verlust, an Sklaverei und Freiheit, an Kälte und Hitze, an Leben und Tod , an Erworbenem und Verpasstem, an Tag und Nacht, an Gleichgewicht und Ungleichgewicht, an Land und Meer, an Dual und an Ungeradem in der Anzahl, an Dunkelheit und Licht, Himmel und Erde, Zusammensetzung und Vergehen, an Mehrheit und Minderheit, Morgen und Nachmittag, Schwarz-Sein und Weiß-Sein, Schlaf und Schlaflosigkeit, an Offenkundigem und Verborgenem, an Bewegung und Stillhalten, an Trockenem und Feuchtem, an Schale und Essenz und allen anderen Gegensätzen, Gegenteilen und unterschiedlichen Geschöpfen, ist der Wille Allahs.

Wie könnte es nicht Sein Wille sein, wo Er subhanah  doch derjenige war, der diese Dinge in die Existenz brachte? Wie könnte der sich frei Entscheidende etwas vollbringen, was Er subhanah nicht will. Nichts kann Seinen Willen abwenden und nichts Seinem Urteil widersprechen. Er Y gibt die Herrschaft, wem Er subhanah will und Er subhanah nimmt sie, wem Er subhanah will. Er subhanah ehrt, wen Er subhanah will und Er subhanah erniedrigt, wen Er subhanah will. Er subhanah führt, wen Er subhanah will in die Irre und Er subhanah leitet recht, wen Er subhanah will. Was Er subhanah will, geschieht und das, was Er subhanah nicht will, geschieht nicht. Wenn die ganze Schöpfung sich zusammenschlösse, etwas zu wollen, von dem Allah subhanah nicht gewollt hat, dass sie es will, hätte sie es nicht gewollt und hätte sie etwas tun wollen, dessen Existenz Allah subhanah nicht gewollt hat, aber die Schöpfung es gewollt hat, nachdem Allah subhanah es wollte, dass sie es wollte, dann hätte sie es trotzdem nicht vollbringen können, denn Allah subhanah hätte ihr keine Macht dazu gegeben.

Kufr, Imān, Gehorsam und Ungehorsam sind Sein Wille und Sein Urteil. Allah subhanah verfügt über diesen Willen seit der Urewigkeit, während die Welt noch nicht existierte und auch als diese Welt im Wissen Allahs vorhanden war.

Allah subhanah erschuf die Welt ohne darüber nachzudenken oder zu planen und ohne vorher ein Unwissen diesbezüglich zu haben. Erhaben ist Er darüber, dass das Nachdenken und Planen Ihm subhanah ein Wissen darüber verschaffte, was Er subhanah nicht wusste. Vielmehr erschuf Er subhanah die Welt mit Seinem urewigen Wissen und mit Seinem Willen, der ebenso urewig ist und anhand dessen Er subhanah über die Welt urteilt und über Zeit, Ort und Farbe bestimmt. Es gibt in Wahrheit keinen Wollenden außer Ihm subhanah.

Er subhanah sagte: (Und ihr könnt nur wollen, wenn Allah will. Wahrlich, Allah ist Allwissend, Allweise.) [76:30]

Und genauso wie Allah subhanah alles weiß, so dass Er subhanah mit Weisheit handelt und genauso wie Er gewollt hat, so dass Er subhanah bestimmt hat und erschaffen hat, so hat Er subhanah gehört und gesehen, was sich bewegt und was stillhält oder was gesprochen hat von Seiner Schöpfung in der niedrigen und in der oberen Welt.

Die Entfernung verhindert nicht Sein Hören, weil Er subhanah der Nahe ist und die Nähe verhindert nicht Sein Sehen, weil Er subhanah der Erhabene ist. Er Y hört das Sprechen der Seele in ihr selbst und hört das Geräusch der verborgenen Berührung, wenn sie geschieht. Er subhanah  sieht die Schwärze in der Dunkelheit und Er subhanah  sieht das Wasser im Wasser. Die Vermischung von Dingen, die Dunkelheit und das Licht verhindern Sein Sehen nicht. Er ist der Allhörende, der Allsehende.

Allah subhanah hat gesprochen ohne ein vorheriges Schweigen, welches niemandem vorstellbar ist mit einer ewigen anfangslosen Rede, welche genauso wie Seine anderen Eigenschaften, der Wille, das Wissen, die Macht, urewig ist. Allah subhanah  hat mit Moses u durch diese Rede gesprochen und Er subhanah  nannte diese Rede Offenbarung, Psalmen, Thora, Evangelium, ohne dass diese Rede aus Buchstaben, Lauten, Akzenten oder Sprachen bestünde.[9] Vielmehr ist Er subhanah der Schöpfer der Stimmen und Buchstaben und Sprachen. Seine Rede besteht ohne Gaumen und Zunge und Sein Gehör ohne Trommelfell und Ohren und Sein Sehen ohne Augen und Lider. Sein Wille unterliegt nicht dem Verstand oder dem Herzen und Sein Wissen nicht einem Zwang oder dem Erforschen von Beweisen.  Sein Leben ist ohne Atem und Herz und Sein Wesen keinem Maß unterworfen, erhaben ist Er.

Aus Seiner Erhabenheit heraus ist Er subhanah  ein gewaltiger Herrscher, dessen Gnade alles umfasst und dessen Gabe groß ist. Alles außer Ihm subhanah  entstammt Seiner Großzügigkeit, Seinem Vorzug und Seiner Gerechtigkeit. Er subhanah  erschuf die Welt in einer vollkommenen Form als Er subhanah sie erschuf, Er subhanah hat keinen Teilhaber an Seiner Herrschaft und keinen Verwalter neben sich in Seinem Reich. Wenn Er subhanah großzügig gibt, dann gibt Er subhanah aus Seiner Gnade heraus und wenn Er subhanah  prüft und bestraft, dann aus Seiner Gerechtigkeit heraus. Er subhanah verwaltet nicht das Eigentum von anderen, so dass man Ihm subhanah Ungerechtigkeit oder Übertreibung zuschreiben könnte. Keiner urteilt über Ihn subhanah, so dass man sagen könnte, Er subhanah handelte aus Angst. Alles außer Ihm subhanah Selbst befindet Sich unter Seiner Macht und wird mit Seinem Willen und Seinen Befehlen verwaltet. Er subhanah ist derjenige, der den Seelen Seiner Diener die Gottesfurcht oder den Ungehorsam eingibt und Er ist derjenige, der die Sünde dem verzeiht, dem Er subhanah will oder wegen der Sünden wen Er subhanah will im Diesseits oder Jenseits zur Rechenschaft zieht.

Seine Gerechtigkeit urteilt nicht über Seine Barmherzigkeit und Seine Barmherzigkeit nicht über Seine Gerechtigkeit. Er subhanah brachte die Welt in zwei  Gruppen ins Sein und hat für diese zwei Stätten erschaffen. Er subhanah sagte: [Diese ist die Gruppe, die für das Paradies bestimmt ist ohne Bedenken und diese ist für die Hölle bestimmt ohne Bedenken.][10] Niemand hat Ihm Y dabei widersprochen, da es nichts gab außer Ihm subhanah und alles ist unter der Verwaltung Seiner Namen.

Eine Gruppe ist Seinen plagenden Namen unterworfen und eine Gruppe Seinen gnädigen Namen untergeordnet. Hätte Allah subhanah gewollt, dass die ganze Welt zu den Glücklichen zählt, dann hätte Er subhanah es so angeordnet und hätte Er subhanah es gewollt, dass die ganze Welt zu den Unglücklichen zählt, dann hätte Er subhanah es so angeordnet und es wäre in Seiner Macht gewesen.

Jedoch war es nicht Sein Wille und so war es, wie es ist. Unter den Geschöpfen gibt es glückliche und unglückliche, sowohl im Diesseits als auch im Jenseits. Es gibt keinen Weg, das urewige Urteil Allahs zu ändern.

Allah subhanah sagte über das Gebet, es ist sowohl fünf als auch fünfzig.

(Das Wort wird bei Mir nicht abgeändert, und Ich bin in nichts ungerecht gegen die Diener.) [50:29]

Das ist so, weil Er subhanah Sein Eigentum verwaltet und Seinen Willen in Seinem Eigentum durchsetzt wegen der Wahrheit , welche die Augen und das innere Auge nicht gesehen haben und welche die Gedanken und die Vorstellung nicht erfahren können, außer die derjenigen, die Allah subhanah auserwählt und für Seine Nähe bestimmt hat.

Wenn solch einem Auserwählten Wissen über dieses Geheimnis gegeben wird, dann erfährt er, dass das Gottsein diese Aufteilung bedingt und dass dieses zu den Feinheiten des Urewigen gehört. Gepriesen sei derjenige, außer Dem es keinen Handelnden gibt und keinen der in sich existiert außer Ihm.

(Und Allah erschuf euch und das, was ihr tut.) [37:96]

(Er wird nicht für das was Er tut zur Rechenschaft gezogen, jedoch sie werden zur Rechenschaft gezogen.) [21:23]

(Sag: „Allah verfügt über das eindeutige Argument, hätte ER es gewollt, so hätte Er euch allesamt doch rechtgeleitet.“) [6:149]

Das zweite Zeugnis

Genauso wie ich Allah subhanah , Seine Engel und die Gesamtheit Seiner Schöpfung auch bezeugen ließ, dass ich den Tawḥid bestätige, so lasse ich Ihn subhanah Seine Engel und die Gesamtheit Seiner Geschöpfe und euch bezeugen, dass ich den Imān verinnerliche bezüglich demjenigen, den Er r auserwählt und ausgezeichnet hat, das ist Sayyidunā Muḥammad r, der zu der gesamten Menschheit als Warner und Verkünder froher Botschaft von Allah subhanah mit dessen Erlaubnis als leuchtendes Licht entsandt wurde.

Er r verkündete, was der Herr subhanah  ihm r gab und ihm r anvertraute und er r hat seiner Gemeinde geraten. Bei seiner letzten Pilgerfahrt stand er r unter allen Anwesenden und predigte. Er r erwähnte Gott, drohte, ermahnte, verkündete die frohe Botschaft und warnte sowie versprach Belohnung oder Strafe. Die Menschen zitterten und weinten wegen seiner Rede. Seine Predigt war an alle gerichtet.

Am Ende sagte er salla allahu alayhi wa sallam: [Habe ich es verkündet?] Sie antworteten: “Du hast verkündet, oh, Gesandter Allahs.“  Dann sagte er salla allahu alayhi wa sallam:[Oh, Allah, bezeuge es!]

Ich glaube an alles, was der Prophet salla allahu alayhi wa sallam brachte, an das, was ich weiß und an das, was ich nicht weiß.

Zu den Dingen, die er r verkündet hat, gehört auch, dass der Tod eine bestimmte Frist hat bei Allah subhanah und sie nicht geändert wird. Daran glaube ich ohne Zweifel, genauso wie ich glaube, dass die Prüfer im Grab Wahrheit sind und dass die Strafe im Grab Wahrheit ist und die Erweckung der Körper aus ihren Gräbern und das Stehen vor Allah subhanah Wahrheit ist. Der Ḥawḍ[11] ist Wahrheit und der Mizān[12] ist Wahrheit und das Zerstreuen der Blätter ist Wahrheit, so wie der Ṣirāṭ[13] Wahrheit ist. Das Paradies und die Hölle sind Wahrheit, genauso wie eine Gruppe ins Paradies geht und die andere in die Hölle. Die Schwere des Tages wird eine Gruppe treffen während eine andere Gruppe nicht von der gewaltigen Angst betroffen sein wird. Das ist die Wahrheit, so wie die Fürsprache der Engel, der Propheten und der Gläubigen die Wahrheit ist.

Wahr ist auch, dass der Allerbarmer subhanah nach der Fürsprache diejenigen aus der Hölle befreien wird, die Er subhanah will. Es ist die Wahrheit, dass eine Gruppe von den größten Sündern unter den Gläubigen in die Hölle gehen wird, bevor sie durch die Fürsprache und Barmherzigkeit Gottes gerettet werden. Es ist wahr, dass die Gläubigen und Monotheisten ewig in den Gaben des Paradieses bleiben werden und dass die Bewohner der Hölle auf ewig im Feuer bleiben werden.

Alles, was die Bücher und die Gesandten verkündeten, ob wir davon Kenntnis haben oder nicht, ist wahr.

Das ist mein Zeugnis über mich selbst und etwas, was ich jedem, den dieses Zeugnis erreicht, anvertraue. Und ich bitte, dass jeder, der danach gefragt wird, es verkündet.

Möge Allah subhanah uns und euch mit diesem Imān nutzen und möge Er subhanah uns darin festigen, wenn wir hinübergehen in das wahrhaftige Leben. Möge Allah subhanah uns dort die Wohnstätten des Wohlgefallens und seine Gaben dort gewähren und uns vor der Stätte bewahren, deren Kleidung aus Teer ist.

Möge Allah subhanah uns denen zugehörig machen, die die Bücher ihrer Taten im Glauben entgegennehmen und zu denen gehören lassen, die aus dem Ḥawḍ trinken werden. Möge Allah uns von denjenigen sein lassen, deren Beine fest auf dem Ṣirāṭ stehen und Er Y ist wahrlich der Großzügige Geber.

Alles Lob gebührt Allah, Der uns dazu rechteleitete.

(Lob gebührt Allah, Der uns dazu rechtleitete, und Wir wären gewiss nicht rechtgeleitet, hätte Allah uns nicht rechtgeleitet. Gewiss, bereits sind die Gesandten unseres Herren mit der Wahrheit gekommen.) [7/43]

Das ist die ʽAqīda, der Mehrheit der Muslime, sowohl von denen, die den Gelehrten folgen, als auch von denen, die Gelehrte sind und welche ich hier zusammengefasst habe.

 


[1] Das heißt: Nur Allah subhanah verfügt über eine tatsächliche Existenz. Den Geschöpfen wurde die Eigenschaft „Existenz“ von Allah subhanah gegeben. Imām Ibn ʽArabī betont die Tatsache, dass die Geschöpfe, wenn sie von Allah subhanah nicht in der Existenz gehalten werden, nicht existieren können. Aus diesem Aspekt heraus kann man sagen, dass nur Allah subhanah eine unabhängige absolute Existenz hat.

[2] Die Akzidenzen in der ʽAqīda-Wissenschaft sind die Eigenschaften und Attribute der Körper. Diese Eigenschaften werden nach Ahlu Sunna ständig von Allah subhanah erschaffen. Die Größe, die Farbe, die Bewegung, die Nicht-Bewegung usw. sind alle Akzidenzen, die an einem Teilchen bzw. Körper hängen. Liebe, Vaterschaft, Trauer, Hunger usw. gelten auch als Akzidenzen. Ein Teilchen bzw. Körper kann nicht ohne Akzidenzen existieren und die Akzidenzen auch nicht ohne Teilchen oder Körper.

[3] Imām Ibn ʽArabī erlaubte die Interpretation nur selten und war von denjenigen, die der Meinung sind, dass man die mehrdeutigen Texte im Koran und in der Sunna nicht interpretieren darf. Vielmehr soll man an diese Texte so, wie sie offenbart wurden, glauben und die genaue Wahrheit dieser Attribute Allah subhanah  Selbst überlassen. Er war auch der Meinung, dass es in der arabischen Sprache keine Metapher gibt.  Z.b. das Wort „Hand“, je nachdem, wem man dieses Wort zuschreibt, bekommt jeweils eine andere Bedeutung und somit eine andere Wahrheit, welche nichts mit den anderen Bedeutungen zu tun hat. Bei den Metapher geht es aber um Begriffe, die eine wortwörtliche Bedeutung haben, sowie andere metaphorische Bedeutungen, welche aber in einem bzw. mehreren Aspekten mit der wortwörtlichen Bedeutung zusammenhängen. Die Meinung, welche besagt, dass es keine Metaphern in der Sprache gibt, vertraten interessanterweise Gelehrte wie Ibn Taymiyya oder sein Schüler Ibn Al-Qayyim, sowie manche Gelehrten der Ẓāhirī Rechtsschule. Bei den  Attributen Allahs waren Ibn Taymiyya und seine Anhänger jedoch der Meinung, dass die wortwörtliche Bedeutung, die in unserem Bezug auch bekannt ist, Allah subhanah zuzuschreiben ist und zwar, ohne ein Wie in Bezug auf Allah zu definieren.

[4] Der Prophet r sagt: [Allah existierte und nichts war mit Ihm] [Bukhārī 2953] und in einer anderen Überlieferung sagt er r: [Allah existierte und nichts gab es vor Ihm] [Bukhārī 6868]

[5] Das ist ein sehr wichtiger Punkt, welcher die Lügen und Irrlehren, die man Imām Ibn ʽArabī zuschreibt, radikal widerlegt. Imām Ibn ʽArabī wurde beschuldigt, dass er glauben würde, dass alles, was wir sehen eigentlich nichts als Gott Selbst wäre. Die Wahhabīs sagen, er würde glauben, dass Allah subhanah sich in der Schöpfung inkarniert hat und dass die gesamte Schöpfung Allah subhanah Selbst wäre. Die Wahhābīs folgen in diesem Punkt den Fehlern von früheren Gelehrten, die Imām Ibn ʽArabī nicht verstanden haben. Die Banalität und Oberflächlichkeit dieser Sekte hindert sie daran, sowohl die Lehre von Ibn ʽArabī zu verstehen, als auch die geübte Kritik gegen ihn. Imām Ibn ʽArabi sagt: فلا يصح أن يجتمع الخلق والحق في وجه أبداً من حيث الذات  „Es ist unmöglich, dass Gott und die Schöpfung sich in ihren Wesen  vermischen, wenn es auch nur in einem Aspekt wäre.“ (Imām Ibn ʽArabī 2006, 1/69.)  Und er sagte: فالرب رب والعبد عبد فلا تغالط ولا تخالط   „Der Gott ist Gott und der Diener ist Diener so begehe keinen Fehler und vermische [die beiden nicht]“ (Imām Ibn ʽArabī 2006, 5/333.)  Und er sagte:

فلا يجتمع الرب والعبد أبداً „Der Gott hat absolut keine Gemeinsamkeit mit dem Diener“ (Imām Ibn ʽArabī 2006, 6/115.)  Und er sagte: والحق تعالى منزه الذات عن الحلول „Allah ist erhaben darüber, dass Er sich in anderen Wesen inkarniert“ (Imām Ibn ʽArabī 2006, 5/75.) Diese Zitate sind nur Bruchstücke von langen Abhandlungen vom Scheikh al-Akbar in der er jegliche Form von Inkarnation Gottes in der Schöpfung oder die Vereinigung des Wesens Gottes mit dem Wesen der Schöpfung negiert und stark kritisiert. Diejenigen, die seine Worte nicht verstehen, sollten einfach schweigen und nicht seine Worte in der Art deuten, dass sie aus ihm einen Kāfīr machen. Möge Allah subhanah davor bewahren. Es ist richtig, dass Imām Ibn ʽArabī in anderen Werken schwer verständliche Passagen hinterlassen hat, die den Unkundigen verwirren können. Doch der Vernünftige hält sich an die eindeutigen Texte von ihm und erklärt das Unklare durch das Klare und nicht umgekehrt.

[6] Er subhanah schrieb Sich die Handlung Istiwāʾ zu, welche auf die Hoheit und Majestät Allahs hinweist und nicht auf eine beschränkte lokale Hoheit, welche andere Geschöpfe auch besitzen.

[7] Das ist  etwas Erschaffenes, welches wortwörtlich „Tafel“ bedeutet. Jedoch die Form und die Wahrheit dieser Tafel sind uns unbekannt.

[8] Das ist etwas Erschaffenes, welches wortwörtlich „Stift“ bedeutet. Jedoch die Wahrheit dieses Stiftes ist uns unbekannt.

[9] Die Buchstaben, Laute und Wörter sind nur Hinweise auf die urewige göttliche Rede, die uns unbekannt und unvorstellbar bleibt, wie es auch bei den anderen Eigenschaften der Fall ist.

[10] Überliefert von Imām Aḥmad, Imām al-Ḥākim in al-Mustdrak sowie von al-Bazzār und aṭ-Ṭabarānī. Imām al Haythamī und Imām al-Ḥākim, sagten: Es ist eine Ṣaḥīḥ Überlieferung.

[11] Der Ḥawḍ ist ein Becken im Jenseits, aus dem die Gläubigen direkt von der Hand des Propheten r trinken werden. Davon wird in zahlreichen Aḥādīth berichtet.

[12] Der Mizān ist eine Waage, welche die Taten wiegt und deren Wahrheit uns unbekannt ist.

[13] Der Ṣirāṭ ist ein Weg zum Paradies, unter dem die Hölle liegt.

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